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50 Jahre Gebietsreform

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Im Zuge der Gebietsreform des Jahres 1972 wurde auch der Landkreis Parsberg aufgelöst. Das stellte einen schmerzlichen Einschnitt für die Stadt Parsberg dar. Heute, 70 Jahre nach der Stadterhebung und 50 Jahre nach der Gebietsreform, ist Parsberg ein blühendes Mittelzentrum und die „Wunden“ der Reform gehören der längst der Vergangenheit an. Dazu Bürgermeister Josef Bauer: „Parsberg ist eine moderne, zukunftsorientierte und hervorragend aufgestellte Stadt mit langer Geschichte.“

Am 1. Januar 1880 wurde aus den königlichen Bezirksämtern Hemau und Velburg das königliche Bezirksamt – spätere Landratsamt Parsberg – gebildet. 92 Jahre nach der Bildung des Bezirksamts, am 1. Juli 1972, gab es den Landkreis Parsberg nicht mehr. Für die Stadt Parsberg war das ein derber Schlag ins Kontor. Die Ämter aus Burg und Landratsamt wurden abgezogen und eine gewachsene Verwaltungseinheit aufgelöst. Doch statt in dauerndes Wehklagen zu verfallen wurden die Ärmel hochgekrempelt. Nach dem Verlust der Zentralität schuf man mit dem heute modellhaften Schulzentrum, bestehend aus Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium und Sonderpädagogischen Förderzentrum einen spürbaren Ausgleich. Darüber hinaus bieten neue Kindertagesstätten, darunter ein Waldkindergarten, ein umfangreiches Betreuungsangebot für Eltern und deren Kinder. Auch die Bezirkseinrichtungen wie Drogenklinik, Forensik und zukünftig eine psychosomatische Klinik mit 25 Betten und zehn tagesklinischen Behandlungsplätzen an der Lupburger Straße sind an dieser Stelle zu erwähnen. Gleich daneben wächst derzeit mit dem Haus der Gesundheit ein Projekt mit großer Strahlkraft für die gesamte Region in die Höhe. Das kommende Haus der Gesundheit beinhaltet ein vielfältiges fachärztlichen Angebot. Auf über 3000 Quadratmeter Nutzfläche bietet es Platz für bis zu 13 Praxen, beispielsweise für die Bereiche Augenheilkunde, Gynäkologie, Oralchirurgie, Radiologie, Hausarzt, HNO, Innere Medizin, Pädiatrie und Physiotherapie. Zudem runden flankierende Gewerbeflächen für eine Apotheke, Gastronomie, Sanitätshaus und Hörgeräteakustik mit gesamt über 1000 Quadratmeter das Angebot ab. Aus dem ehemaligen Krankenhaus wird außerdem ein Haus für Pflege und Soziales.

Im Gemeindegebiet - einschließlich der bei der Gebietsreform eingegliederten Ortsteile Willenhofen, Herrnried, Darshofen, Hörmannsdorf, Klapfenberg, Rudenshofen/Hackenhofen, Rudolfshöhe und Lohhof – leben heute mehr als 7000 Menschen. Der Haushalt der Stadt hat heuer eine Rekordhöhe von 36,379 Millionen Euro erreicht. Die Stadt hat mehr Berufseinpendler als Berufsauspendler. Das Gewerbesteueraufkommen liegt bei über vier Millionen Euro. Für das Gewerbe gibt es großzügige, flexible Flächenangebote mit bester Infrastruktur, beispielsweise an der Autobahn und neu bei Hörmannsdorf. Bauwillige finden günstiges Bauland. Ein breites Spektrum an mittelständischen Handwerksbetrieben, Finanzdienstleistern, Einzelhandelsunternehmen, führende Großunternehmen, Fachärzte aller Richtungen, diverse Gesundheitsdienstleister und ein Seniorenzentrum mit betreutem Wohnen zeigen, dass die Stadt Parsberg bestens für alle Zukunftsaufgaben gerüstet ist. Die Bundesautobahn A 3, die Bundesstraße 8 und der aufwändig sanierte Bahnhof an der Hauptstrecke Regensburg – Nürnberg sorgen für gute Anbindung in die Zentren Regensburg, Nürnberg und Ingolstadt. Mit neuen Märkten, der Verlegung der Kreisstraße NM 32, der Sanierung der Burg und des Burgareals, der Errichtung eines hochmodernen Veranstaltungsortes neben der Burg wurden markante Punkte zur Neugestaltung der Stadtmitte gesetzt. Das setzt sich nun fort mit der Umgestaltung der Stadtmitte und des Volksfestplatzes. Ein absolutes Leuchtturmprojekt stellt der im Jahr 2019 eingeweihte Technologie-Campus Parsberg-Lupburg dar, eine Kooperationseinrichtung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) und der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). An dessen Standort sitzen heute außerdem das Digitale Gründerzentrum und die Laber-Naab-Infrastruktur GmbH. „Es ist schon sensationell, wie sich Parsberg in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat“, erklärt Bürgermeister Josef Bauer und meint: „Die Liste der durchgeführten Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger könnte man noch ein ganzes Stück weiterführen.“

Stolz ist Bürgermeister Bauer neben der guten Infrastruktur vor allem auch auf das gesellschaftliche Leben in mehr als 70 Vereinen, auf das Freizeit- und Erholungsangebot in Parsberg und auf das kulturelle Leben. Einrichtungen wie Hallenbad, Freibad Jura Mare, mehrer Turnhallen, ein Mehrzwecksaal, Naherholungsgebiete, Rad- und Wanderwege, Hotel, Restaurants und Gasthöfe mit regelmäßigem Eventprogramm, Burgspiele, traditionelle Feste, Kulturprogramm der Parsberger Jahreszeiten und ein Ferienprogramm sprechen eine deutliche Sprache. Die reizvolle Juralandschaft gibt dem Tourismus große Impulse, was die Übernachtungszahlen beweisen.

Im Auf und Ab der Geschichte Parsbergs thronte stets die Burg als dominantes Gebäude über dem Ort. Sie ist es, die Parsberg seine Identität verleiht. Das in der Burg untergebrachte und vom bayerischen Staat geförderte Museum mit überregionalem und pilothaftem Charakter gelingt es, zusammen mit der Burg als kulturellem Mittelpunkt sich der Vergangenheit zu stellen und dadurch Zukunft zu gewinnen. Zur Zukunft gehört Vergangenheit. Die Zukunft sieht für Parsberg sehr gut aus. Zur Vergangenheit gehört auch die Gebietsreform vor 50 Jahren. In diesem Zusammenhang hebt Bürgermeister Bauer Ausdrücklich die nach wie vor starke Verbindung zwischen den Kommunen des ehemaligen Parsberger Landkreises, besonders zur Patenstadt Hemau hervor. Parsberg ist heute im Landkreis Neumarkt gut aufgehoben. Das kann man so stehen lassen und ergänzen: „Die Stadt Parsberg profitiert vom Landkreis Neumarkt – aber auch der Landkreis Neumarkt von der pulsierenden ehemaligen Kreisstadt“. (Werner Sturm)

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