Gleichstellungsbeauftragte Stadt Parsberg

„Es gibt keine Beschäftigung eigens für die Frau, nur weil sie Frau ist, und auch keine eigens für den Mann, nur weil er Mann ist.“
(Platon) – Eine Selbstverständlichkeit.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
(Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 118 Abs. 2 der Verfassung des Freistaates Bayern)

Kommunale Gleichstellungsbeauftragte

Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte haben den Auftrag, auf kommunaler Ebene zur Umsetzung des in der Verfassung verankerten Grundsatzes der Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen und Männern in Familie, Beruf und Gesellschaft beizutragen.

Sie können hierzu beratend tätig werden, Anregungen vorbringen, Initiativen entwickeln und arbeiten insbesondere mit Frauengruppen und Netzwerken zusammen.

Die Gleichstellungsbeauftragte ist die ehrenamtliche Ansprechpartnerin für die Gleichstellungsarbeit von Frauen und Männern vor Ort. Sie ist die erste Anlaufstelle für gleichstellungsspezifische Belange. Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Für die Stadt Parsberg wurde Ilona Cornely vom Stadtrat dazu bestellt. 

Sie kann gerne persönlich angesprochen werden, ist telefonisch im Rathaus unter 09492 94 18 26 oder per Email unter cornely(at)parsberg.de erreichbar.

Beauftragte für Gleichstellungs- und Familienfragen

Ilona Cornely
Darshofener Str. 9b
92331 Parsberg
Tel.: 0 94 92 / 95 44 56

Internationaler Frauentag 2017

Der internationale Frauentag wird seit mehr als 100 Jahren immer am 8. März gefeiert. Er entstand als Initiative mit der Forderung nach dem Frauenwahlrecht und der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das Frauenwahlrecht konnte 1919 durchgesetzt werden, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern kommt häppchenweise voran.

Laut Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gibt es nach wie vor eine Rentenlücke von 42 % der Frauen im Vergleich zu den Männern (in Westdeutschland). Diese Rentenlücke ergibt sich aus den unterschiedlichen Erwerbsbiografien der Geschlechter. Frauen unterbrechen ihre Berufstätigkeit nach wie vor für die Zeiten der Kindererziehung oder Pflegearbeit, arbeiten dann häufiger in Teilzeit oder generell in Berufen, die schlechter bezahlt werden. Eine Annäherung der Rentenversorgung ist momentan nicht in Sicht.

Doch nicht nur die finanzielle Unsicherheit im Alter ist für Frauen ein Grund, ihre Stimme am 8. März zu erheben. Die Forderung nach Lohngerechtigkeit, sexuelle Selbstbestimmung und die Verhinderung von häuslicher Gewalt bleiben nach wie vor aktuelle Themen für den internationalen Frauentag. 

Trotz guter Ausbildung und höherem Erwerbsstatus besteht immer noch eine Lohnlücke von mehr als 20 % zwischen Männern und Frauen. Die Lücke ergibt sich zum Teil aus der Tatsache, dass sog. „Frauenberufe“ nach wie vor schlechter bezahlt werden als männlich dominierte Berufe. Aber auch darüber hinaus gibt es immer noch einen Gehaltsunterschied von sieben %, obwohl Männer und Frauen in den gleichen Berufsfeldern arbeiten. Hier wird es Zeit, dass Lohntransparenz hergestellt wird. Es muss möglich sein, das Einkommen von Männern und Frauen vorurteilsfrei zu vergleichen und vorhandene Unterschiede nachvollziehbar zu machen. Nur so kann bei eindeutigen Ungerechtigkeiten Abhilfe geschaffen und Frauen zu ihrem Recht verholfen werden. 

Für viele Frauen hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung einen Schub nach vorne bekommen. Es wird leichter – auch ohne Unterstützung der Großeltern – Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Für viele Frauen ein großer Schritt nach vorne in die eigenständige Existenzsicherung und dadurch auch in eine bessere Altersvorsorge.

Was dennoch bleibt ist die Doppelbelastung Haushalt und Beruf – dafür lässt sich nur schlecht eine gesetzliche Grundlage schaffen. Gerade die Verantwortung für den Haushalt wird immer noch als Frauendomäne betrachtet.  Die gerechte Verteilung der Familienarbeit auf beide Geschlechter bleibt sowohl eine Forderung für die Zukunft als auch ein andauernder Diskussionsstoff sowohl innerhalb als auch außerhalb bestehender Partnerschaften. 

Der internationale Frauentag hat also seine Wichtigkeit – trotz des schon lange bestehenden Frauenwahlrechts – noch lange nicht verloren.

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